sabato 25 febbraio 2017

Lech 6m x 2,5m

Lech 6m x 2,5m 2017 venice on wood board, Schottenhof scottish highland cattle farm

⏩ https://youtu.be/LOU7f8cs3vo

Michi Manhart ist Punk. Auch Vater. Es gibt Väter, die haben hübsche Töchter und man muss den Vater leider toll finden, obwohl man auf die Tochter abfährt. Aber bei ihm war das umgekehrt, ich stand sofort und nur auf den Vater. Er hatte eine schnelle Auffassungsgabe bei meinen technischen Forderungen, was beeindruckend war. Wir verschwendeten keine Zeit für alberne Erklärungen und deshalb blieb viel Raum für Entfaltungen aufs Wesentliche, bei heiteren Tischgesprächen über Dinge die Männer Freude machen. 
Bevor ich oben auf dem Berg mit meiner Arbeit begann, legte er sein Grinsen ab, schaute aufs Dorf herab und sagte zu mir: „Und wenn nur einer von denen dort unten in Lech jetzt nervt, dann dreh ich meine Schneekanonen ab, dann dauerts zwei Wochen und ich kann dir genau sagen, welche Hotels pleite gehen.“ 
Könnte der liebe Gott von Lech für viereinhalb Stunden malen, Farben mit Champagne anrühren zwischen berauschten Skifahrern auf der Terrasse über einer weissen Bergspitze, dann wäre das Bild genau so geworden, wie das schöne Lech Bild, das ich malte. 
Der Schlüssel der Zukunft liegt in der Vergangenheit. Dies gilt ebenso für Lech, zuerst waren die Kühe da, dann die Skifahrer. Gott sein kann man nicht lernen, es gibt keine Ausbildungsplätze dafür, keine Umschulungen. Das hat man, oder nicht. Lech hat immer Glück, ein Gott traf auf einen anderen Gott, Kunst ist dazu mal da, damit es die nächsten Generationen immer schön haben in der Wiege der Sicherheit. Entscheidungen werden zügig durchgesetzt, der ein oder andere braucht etwas länger, um zu verstehen, der wird dann zurechtgewiesen, notfalls mit Wintersport. 
Als mein Bild dann fertig war, hat er es den Skifahrern, die das viele Geld mitbrachten, weggenommen. Mit seiner Pistenraupe. Das Bild hängt nun in seinem grossen Stall auf einer anderen Bergspitze und ist nur für die Kühe da. Er hat es den Kühen zurückgegeben. Unter dem Bild sind grüne, drehbare Bürsten, damit sich die Kühe ihre langen, schönen Haare immer schick machen können. Eigentlich sind das keine Kühe wie aus der Vergangenheit, sondern Hochlandrinder global. Erkennt man an den langen Hörnern. Kein Dieb, der das Bild klauen will, kommt bei ihnen vorbei, der wird durchbohrt, eiskalt. Die Hörner sind solange, dass drei Diebe gleichzeitig durchbohrt werden können. Über den Daumen gerechnet, haben wir eine Kapazität von derzeit 34 Rinder, also 68 Hörnern, heisst 194 Diebe gleichzeitig durchbohren. Alleine schon bei dieser Menge von Dieben, würden unsere Angestellten der Talstation der Skilifte Lech Alarm schlagen, falls diese keine Tageskarten lösen und wenn sie doch lösen, dann hätten wir satt dazuverdient, bevor sie durchbohrt werden würden. 
Unter strenger Beobachtung werden Jahre vergehen, bis eben Schnee, Wind, Eis und die brechende Bergsonne die Farben und die Holzstruktur des Lech Bildes zu einer ästhetischen Einheit verschmelzen. Währenddessen Steaktransferierung der Hochlandrinder unten fürs Hotels der Tochter, 8 Kälber pro Jahr im Topf miteinbegriffen. 
Gregor K. hat alles moderiert mit einem Mikrofon in der Hand. Mehrmals rutschte es von seiner Hand zu Boden, wegen der grossen Aufregung. Am Ende war das Mikrofon kaputt. Das gehörte auch zur Show. Es ist nie gut, wenn man Skifahrer, die verschiedene Sprachen sprechen, mit übertriebener Perfektion einschüchtert. Sie müssen sich wohlfühlen bei uns. Und wiederkommen. 

Uwe Jäntsch

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