venerdì 24 gennaio 2020

SCHWARZENBERG TANZHAUS DORFPLAN


Stellungnahme Kundmachung im Tanzhaus
von Uwe Jaentsch

Bürger von Schwarzenberg, Besucher der Schubertiade, liebe Kinder!

Es sind die weissen Wolken, die wieder und wieder im Himmel über unser Dorf vorbeiziehen, die einst schwarze waren und den ganzen Bregenzerwald verfinsterten. Unser Dorf war abgebrannt, im September 1755. Während wir alle das Restheu vor dem drohenden, eiskalten Winter auf den umliegenden Wiesen einsammelten. Der Brandstifter wurde in der Kirche gestellt, Motiv weitgehend beschämend. Verurteilung im Tanzhaus und ab mit dem Typ zum Galgenbühel runter nach Egg.

Aus dem Schutt und der Asche der Ruinen unseres Dorfes tauchte Angelika Kauffmann auf. Sie arbeitete emsig an ihrem Antlitz auf dem 100 Schilling Schein. Der Vater wollte eine Goldmedailie und baute die Dorfkirche wieder auf, finanziert mit dem 100 Schilling Schein seiner Tochter. Der Papst aus Rom fühlte sich bauchgepinselt, keine Goldanleihen für den Wiederaufbau, akzeptierte den 100 Schilling Schein nicht, weil zu modern. Argwöhnisch reiste Tochter Angelika nach Rom, um den Sumpf in Vatican City trockenzulegen. Auf der Fahrt mit der Postkutsche verliebte sich Angelika in Frederick de Horn, der Heiratsschwindler. Die Hochzeit folgte schnell.

Der Heiratsschwindler liess sich scheiden und raubte ihren Koffer voll von 100 Schilling Scheinen. Er ging in die USA und legte das Geld in eine Kuhsamen-Industrie an, die bald den Wirtschaftsindex dominierte. Die synthetischen Samen eroberten zügig unsere Kühe Schwarzenbergs. Ihre Euter schwollen in enorm, Milchwirtschaftswachstum wurde zur beispiellosen Religion. Überschuss an Butter und Käse dem zur Folge. Zeichen von Reichtum widerspiegelte sich in der Grösse der Kuhglocke.

Das rief den Kaiser Adam Franz Karl auf den Plan. Mit grossem Gefolge überquerte er den Lorenapass zu uns ins Dorf. Er befahl 6 Wirtshäuser nebeneinander zu erbauen, damit die Männer in eine Art Dauerrausch fielen. Es gab Bier. Der Kaiser kassierte die Getränke MWSt und sperrte die Männer für immer hinein in die Wirtshäuser Schäfle, Ochsen, Hirschen, Adler, Krone, Kreuz. Das bittere Ende der Gewinnmaximierung war somit eingeläutet. Die Frauen schmissen den Laden von nun an alleine. Die schwarzen Wolken, die einst über unser Dorf zogen, übermalten unsere in Dolce & Gabbana getrachteten Weiber mit der Farbe Weiss.

Ein Angelika Kauffmann Museum, ein Angelika Kauffmann Saal, eine Angelikahöhe und ein Haus, wo sie nie wohnte, sind unsterbliche Erinnerungen von unserer lieben Angelika, die stets über unserem schönen Dorf wacht. Frohlockende Gäste aus den Nachbardörfern und aus dem fernen Ausland in ihren grossen schwarzen Autos mit den abgedunkelten Fensterscheiben, kommen zu uns hinauf, um unsere Essensreste zu verzerren. Liegt daran, dass wir gerne teilen. Sie bringen uns Geld am Tag und in der Nacht, um Kummer und Missgunst von unseren bayrischen Ex-Anlageberatern zu ersparen. Auf lange Sicht bis in die ferne Zukunft hatten unsere Grosseltern recht behalten, uns von den Steuerabgaben aus St. Gallen zu befreien.

Voraussetzungen sind Regeln, die wir aufsetzen. Zum Beispiel mit Schritttempo durch unser Dorf fahren, Vorrang geben für unsere Radfahrer, Trittroller, Skifahrer, Facebookfreunde und wichtig ist der unwiderrufliche Vorrang für unsere Grosseltern, die sehr langsam über den Dorfplatz laufen, die ihren täglichen Spaziergang in Zeitlupenbewegungen geradezu feiern, wegen ihrer Arbeit, die sie für uns errichteten, damit wir es so schön haben wie heute.

Bei den Zubringerstrassen und Nebenstrassen ersuchen wir höflichst auch bei unseren Kühen mit den grossen Glocken ausnahmslos anzuhalten, um unsere tapferen Bäuerinnen nicht zu erzürnen. Für unsere Nachbarn aus Andelsbuch, Egg und Bezau haben wir die Autobusse Nr 35 und Nr 38 eingerichtet, damit sie mit ihren kleinen, billigen Plastikautos die Schönheit unseres unverdorbenen Dorfkerns nicht stören. Ihre hinterlistige Eifersucht der letzen Jahrhunderte wurde unerträglich, die Tatsache, dass sie es nicht mal bis zu einem 20 Schilling Schein schafften ist nicht nur peinlich, sondern herabwürdigend für unser Ansehen. Geradlinigkeit ist unser Markenzeichen.

Schwarzenberg, 22. Januar 2020

Titel: DORFPLAN 
Format: 694cm x 205cm
Technik: Autolack auf Holz
Datum: 2019
Ort: Tanzhaus Schwarzenberg, durchgehend öffentlich vom 10. Jan bis 31. Dez 2020
im Auftrag unter dem Dorfplan Titel von: Frau Judith Reichart
Jubiläum: 750 Jahre Schwarzenberg
Tag: 100 Schilling, Adam Franz Karl von Schwarzenberg, Angelika Kauffmann, Bregenzerwald, Tanzhaus, Uwe jäntsch, Jubiläum, Schwarzenberg 750 Jahre

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⏩ https://www.derstandard.at/story/2000112546926/vorarlberg-schoenstes-dorffeiert-sich-ganz-unkonventionell

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